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Thementag 19. Jahrhundert: Gestaltungskraft & Freispielen – Parameter der Streicherinterpretation im 19. Jahrhundert am Beispiel der Joachim-Tradition

März 25 @ 10:00

zamus, 50825 Köln

Joseph Joachim war einer der letzten großen Vertreter einer klassisch-romantischen Aufführungstradition des 19. Jahrhunderts, die bis in die Beethoven-Zeit zurückreicht und zumindest im deutschsprachigen Bereich für das gesamte 19. Jahrhundert maßgeblich war. Sie zu vermitteln war das primäre Ziel bei der Gründung der Berliner Hochschule für Musik, deren Direktor Joseph Joachim bis zu seinem Tod war.
Als „Gestaltungskraft“ verstanden Joachim und seine Anhänger ein komplexes Phrasierungs- und Ausdruckskonzept, welches auf einer inneren Logik der Musik aufbaute und eine für den Hörer nachvollziehbare musikalische „Deutung“ (Interpretation) des Werks anstrebte. In dieses Interpretationskonzept waren die individuellen Ausdrucksmöglichkeiten der Streicher vollständig eingebunden und erlaubten eine Gestaltung auf verschiedensten Ebenen der Nuancierung. Zu den Ausdrucksmitteln gehörten Vibrato, Portamento und Stricharten gleichermaßen wie die dynamische und agogische Differenzierung, sowie ein spezielles – und erlernbares – Rubato, das sogenannte „Freispielen“, für welches Joachim berühmt war.
Die Tradition reicht zurück bis in die Wiener Klassik, mit der Joachim durch seinen Wiener Lehrer Joseph Böhm direkte Verbindungen hatte, und ist gleichermaßen gültig für Mozart und Beethoven, wie für Mendelssohn, Schumann, Brahms und sogar Liszt und Wagner, die ohne Ausnahme Joachim für den idealen Interpreten hielten und mit denen dieser enge persönliche Beziehungen hatte.

Thementag 19. Jahrhundert
Der Geiger und Forscher Johannes Gebauer wird zunächst einen ca. einstündigen Vortrag als Einführung in die Thematik geben. Danach können Fragen gestellt werden, eine angeregte Diskussion ist ausdrücklich erwünscht. Nach der Mittagspause wird er mit Musikern und Ensembles arbeiten, um gemeinsam die Klang- und Ausdruckswelt des 19. Jahrhunderts zu entdecken. Das Repertoire kann von der Wiener Klassik bis in die Hochromantik reichen.

10:00 – 12:00 Vortrag & Diskussion
12:00 – 13:00 Mittagspause
13:00 – 16:00 Praxisteil

Melden Sie sich bitte für den kostenlosen Workshop verbindlich bis zum 18.03.2022 bei Huda Knobloch an.
knobloch-saitenspiel@gmx.de
Geben Sie Ihr Instrument und bei gewünschter Teilnahme am Praxisteil Ihre Repertoire-Auswahl und Besetzung an.

Der Workshop richtet sich an Streicher, die sich auf die historische Aufführungspraxis spezialisiert bzw. Interesse daran haben.

Über die aktuellen Hygienevorschriften werden Sie mit der Anmeldebestätigung informiert.

Gefördert durch GVL und Neustart Kultur

Details

Datum:
März 25
Zeit:
10:00
Veranstaltung-Tags:
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Veranstaltungsort

zamus
Heliosstraße 15
Köln , 50825 Deutschland
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